Erster E-Hackathon 2020 des ZLE – viel positive Resonanz

von Dez 15, 2020Aktuelles, Digitalisierung, Forschung0 Kommentare

Das Zukunftslabor Energie veranstaltete erstmalig einen digitalen E-Hackathon. Die beteiligten Forschungseinrichtungen des Zukunftslabors arbeiteten dabei in Kooperation mit den Unternehmen EWE Netz GmbH, embeteco GmbH & Co. KG und KEHAG Energiehandel GmbH sowie dem Projekt EnaQ zusammen und arbeiteten gemeinsam konkrete Fragstellungen heraus. Die Studenten erhielten so die Möglichkeit, praxisnahe Problemstellungen in Teams zu lösen und sich mit den kooperierenden Unternehmen zu vernetzen.

Vom 20. bis zum 21.11. hatten Studenten aus den Fachgebieten Informatik, Energieinformatik, Wirtschaftsinformatik, Regenerative Energien, Versorgungstechnik und Elektrotechnik 30 Stunden lang die Gelegenheit, kreative Lösungen für die Energiewende zu erarbeiten. Die Organisation und Leitung übernahm die Koordinatorin des Zukunftslabors Energie Dr. Catharina Siemer in Zusammenarbeit mit dem Digitalexperten Sebastian Muszytowski der Digital-Agentur BOS Connect. Die Veranstaltung eröffnete der Sprecher des Zukunftslabors Energie Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff. In seinen Begrüßungsworten motivierte er die Studenten und betonte die Chance, im Rahmen des Hackathons an konkreten Fragestellungen Erfahrungen zu sammeln.

Bei dem erstmaligen E-Hackathon nahmen Studenten von Hochschulen und Universitäten aus ganz Niedersachsen teil. Dabei ermöglichte die Veranstaltung den Studenten sowohl eine praktische Einsicht in Lösungsprozesse komplexer Problemstellungen als auch die Vernetzung mit den Praxispartnern EWE Netz GmbH, embeteco GmbH & Co. KG, KEHAG Energiehandel GmbH und dem Projekt ENaQ. Diese boten über den E-Hackathon hinaus eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen von Praktika, Abschlussarbeiten und Stellenangeboten an. Außerdem hatten sie im Vorfeld Fragestellungen eingereicht, um anwendungsbezogene Situationen aus der Praxis abzubilden. Bei der Bearbeitung der Aufgaben standen den Studenten Mentoren aus dem Fachbereich Energie zur Seite.

 Hackathons sind ein kompakter Ausschnitt der Wirklichkeit, in die Sie als Studenten bald eintreten werden. Die Art und Weise sich einem Problem zu nähern und dieses mit den Anforderungen der Wirklichkeit abzugleichen wird die Tätigkeit sein, die Sie als angehende Ingenieure und Informatiker in Ihrem Beruf ausüben werden. 

Sebastian Lehnhoff
Sprecher des Zukunftslabors Energie

Die Fragestellungen bezogen sich auf verschiedene Aspekte der heutigen Energiewirtschaft und des Nachhaltigkeitsdiskurses. Diese beinhalteten die Themenkomplexe „Energie erleben“, „Energie verstehen“, „Energie planen“ und „Energie gestalten“. Die Organisatoren definierten zudem die Ziele und stellten konzeptionelle Anregungen für die Ideen, Konzepte und Prototypen bereit. Die Studenten konnten sich aus diesem Frageportfolio die für sie interessanteste Frage heraussuchen. Dabei bildeten sich zwei Gruppen heraus.

Die erste Gruppe befasste sich mit der Aufgabe „Energie verstehen“. Dabei setzte sie sich mit der Ausgangssituation auseinander, dass Technologien digitaler Energiesysteme bei Bürgern unterschiedliche Reaktionen von Befürwortung bis Ablehnung durch Unwissenheit hervorrufen. Dabei galt es herauszufinden, wie Bürger die Technologien verstehen können, um die Akzeptanz dieser zu erhöhen? Die Studenten arbeiteten hierbei mit dem Konzept der „Persona-Erstellung“, das die Lebensumstände und Bedürfnisse stellvertretend für eine Zielgruppe abbildet. Um möglichst viele Bürger der Persona-Gruppen erreichen zu können, schlugen sie individuell zugeschnittene Lösungen vor, wie bspw. mobile Applikationen für Digital Natives oder geförderte Bildungsreisen für Senioren.

Die zweite Gruppe befasste sich mit der Fragestellung, wie Anbieter die Energiebilanz eines Quartiers unter Berücksichtigung von Verbrauchern, Erzeuger und Speichern besser planen können, um das übergeordnete Versorgungsnetz zu entlasten. Ausgehend von der Problematik, dass Standardlastprofile (SDL) Durchschnittswerte darstellen, die die Auslastung eines Quartiers nicht realitätgetreu abbilden können, identifizierten die Studenten Einflussfaktoren, die zu Abweichungen in der tatsächlichen Auslastung führen: Tageszeitabhängige Faktoren führen zu Schwankungen in der Netzauslastung, denen die Studenten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) entgegenwirken wollten. An diesem Punkt setzte der Lösungsansatz an, indem diese Parameter individuell gemessen und durch KI reguliert werden.

In der abschließende Runde wurden die Lösungen gemeinsam diskutiert und gegenseitiges Feedback gegeben. Am Ende des zweiten Tages waren die Teilnehmer und Organisatoren gleichermaßen erschöpft und sehr glücklich in Anbetracht der hohen Qualität ihrer Ergebnisse. Dabei waren sich alle einig: Nächstes Jahr gerne wieder!